Die Förderpreis-Träger:innen

Die Jury hat acht Höfe für einen Förderpreis ausgewählt. Neben Online-Workshops und Netzwerk-Treffen nehmen die Gewinner:innen an einem maßgeschneiderten Coaching-Programm teil. Der Förderpreis ermöglicht es ihnen, sich gezielt ihrem Engagement in dem Projekt zu widmen.

Foto: privat

Ansgar Luzius (*1991)

leitet den Hof Schauferts in Schönborn (Rheinland-Pfalz). Als junger Hofnachfolger hält er auf 118 Hektar Hühner, Rinder und betreibt Ackerbau. Angeschlossen an den Hof sind ein Gasthaus und eine Brauerei, die von Familienmitgliedern geführt werden und den Betrieb mit der Region verbinden. Ansgar setzt sich ein für mehr Klimaschutz, gesunde Böden und saubere Gewässer sowie eine sozial gerechte Landwirtschaft. Denn: Es braucht mehr junge Menschen, die eine Zukunft in der Landwirtschaft suchen und auch die nachfolgenden Generationen müssen eine lebenswerte Zukunft haben.

Foto: Maria Feck

Björn Scherhorn (*1981)

bewirtschaftet in Berge (Südniedersachsen) den Hof Scherhorn, dessen Geschichte bis 1299 zurückreicht. Auf knapp 100 Hektar hält er 70 Milchkühe mit muttergebundener Aufzucht, die den Großteil des Jahres auf der Weide stehen. Neben Milch, Käse und Fleisch produziert er mit seiner Familie Ölsaaten, baut Ackerfrüchte in Mischfruchtanbau an und betreibt Agroforst. Seit der Hofübernahme hat sich die Zahl der Schwalbenpaare verzehnfacht – ein sichtbares Zeichen für Biodiversität. Er ist überzeugt: Bäuerliches Denken muss zurück in die Gesellschaft, denn Bäuer:innen denken generationenübergreifend.

Foto: D. Reinhold

Elisabeth Fresen (*1990)

ist Betriebsleiterin auf dem Stoffers Hoff in Verden (Aller). Auf 166 Hektar –143 davon Grünland – hält sie rund 100 Mutterkühe plus Nachzucht, die ganzjährig auf der Weide sind. Ihre extensive Bewirtschaftung sorgt für Artenreichtum im Aller-Urstromtal. Einen Teil des Rindfleisches vermarktet sie direkt über den Hofladen und die Gastronomie, die übrigen Tiere werden als zur Mast an andere Betriebe verkauft. Bäuerin zu sein bedeutet für Elisabeth, Verantwortung zu übernehmen – für Tiere, Umwelt, die Kulturlandschaft und das Dorfleben – und dabei hochwertige Lebensmittel zu erzeugen. Sie war Mitglied der Zukunftskommission Landwirtschaft.

Foto: privat

Gabriele Mörixmann (*1973)

bewirtschaftet mit ihrem Mann Stefan und ihren Söhnen Kristen und Maxim 350 Hektar in Melle bei Osnabrück mit Geflügel- und Schweinehaltung, Vermarktung, Ackerbau und regenerativen Energien. Ihr Herz schlägt für eine „saugute“ Schweinehaltung mit viel Bewegungsfreiheit, Beschäftigung und Ringelschwanz. In dem von ihr entwickelten „Aktivstall für Schweine“ bündelt sie neun Betriebe – von der Sau bis zur Mast. Gabi zeigt, wie konventionelle Haltung (Haltungsform 4) tiergerecht, transparent und wirtschaftlich bis zur Ladentheke funktioniert. Für sie gehören Umweltschutz, Tierhaltung und Wirtschaftlichkeit zusammen – das gelingt nur mit Kunden, die diesen Weg mitgehen.

Foto: privat

Johann Gerdes (*1983)

führt den Beerfelder Hof im östlichen Brandenburg. Auf 720 Hektar baut er zusammen mit seinem Team Kartoffeln, Getreide und Ölsaaten an. Dazu hält er eine Mutterkuhherde mit eigener Nachzucht. Johann setzt sich dafür ein, dass Agrarsubventionen nach umweltgerechten und sozialen Gesichtspunkten vergeben werden und bäuerliche Betriebe erhalten bleiben. Er engagiert sich für regionale Strukturen und dafür, dass die Landwirtschaft gesellschaftliche Akzeptanz findet. Sein Credo – auf dem Hof wie in der Agrarpolitik – lautet: Geht nicht, gibt’s nicht!

Foto: A. Schulz

Johanna Sierck (*1991)

betreibt gemeinsam mit ihrem Mann und der Familie ihres Schwagers den Hof Fuhlreit in Kropp im nördlichen Schleswig-Holstein. In der fünften Generation zeigen sie auf 120 Hektar, wie enkeltaugliche, konventionelle Landwirtschaft geht: mit hoher Bodenfruchtbarkeit durch regenerative Methoden, Agroforst auf 22 Hektar und einer eigenen Hofmeierei. Dort wird die Milch ihrer 90 Kühe zu Käse, Jogurt, Quark und anderen Produkten veredelt. Johanna liegen gute Tierhaltung, faire Erzeugerpreise sowie echte Nachhaltigkeit und Transparenz am Herzen.

Foto: Melanie Grande

Kate Jacobi (*1991)

führt gemeinsam mit ihrem Mann Julius den Biohof Jacobi in Borgentreich im südlichen Ostwestfalen. Auf 160 Hektar vermehren sie rund 40 Sorten Saatgut, halten 60 Kühe mit kuhgebundener Aufzucht und veredeln die Milch zu Käse. Auf Instagram berichtet Kate aus dem Hofalltag und zeigt, wie die junge Familie erfolgreich den Betrieb übernimmt. Wichtig sind ihr die Absicherung von Frauen in der Landwirtschaft, Gentechnikfreiheit, kostendeckende Erzeugerpreise und eine zukunftsfähige Tierhaltung.

Foto: M. Hargens

Michael Hargens und Finn Beutler (*2002/03)

geben als Agrarbrüder auf Instagram Einblicke in ihre „Daily Dose of Farming“. Kennengelernt haben sich die Brüder im Geiste in Schleswig-Holstein, wo sie auf Nachbarbetrieben arbeiteten. Heute ist Micha auf einem ökologischen Hof am Bodensee, Finn studiert Ökolandbau in Eberswalde. Sie teilen die Leidenschaft für Landwirtschaft – und den Wunsch nach abwechslungsreicher und sinnvoller Arbeit. Dabei stehen sie vor der Herausforderung, sich in Zeiten ökonomischer und klimapolitischer Unsicherheit eine landwirtschaftliche Zukunft aufzubauen.